Veröffentlichung der bisherigen Ergebnisse des Projektes „Lebensader Dammzollstraße“

Nach nunmehr 2-jähriger Forschungsarbeit wollen wir beginnen,
den Stand der Forschungsergebnisse zu veröffentlichen.

Wir halten uns hierbei an die heutigen Hausnummern, und wollen in den nächsten Monaten diese Veröffentlichungen cronologisch weiterführen.

Wir laden sie ein, durch das Lesen dieser Beiträge, weit in die Vergangenheit der einzelnen Grundstücke einzutauchen, Erkenntnisse zu gewinnen, aber auch bei Meinungsverschiedenheiten, Ergänzungen oder tiefergehenden Fragen einfach mit uns in Verbindung zu treten.

Ansprechpartner und Autor dieser Beiträge ist unser

Vereinsmitglied Torsten Jupe.

Kontakt: mosaik-jupe@gmx.de

Eine Nummer 1 hat es lt. diversen Adressbüchern nicht gegeben. Ob das
Werkstattgebäude diese Nummer inne hatte ist nicht belegt.

Beginnen wir also mit der Nummer 2, unserem heutigen Schulhof.

Sollten im Zuge der Veröffentlichungen Personennamen genannt
werden, die sich dadurch in ihren Persönlichkeitsrechten gestört fühlen, bitten wir ebenfalls um kurze Kontaktaufnahme mit uns, um diese Befindlichkeit schnellst möglich zu klären.

Wir bitten ebenfalls darum, die hierbei eingestellten Bilder als
geschützt zu betrachten. Eine Vervielfältigung oder Weiterleitung ist NICHT gestattet.

Sollte Interesse an abgebildeten Unterlagen und Bildern
bestehen -einfach melden!!

Und nun viel Spass beim Lesen !

Dammzollstraße Nr. 2 ( bis 1925 Dammzollstraße 31 )

Dieses Grundstück existiert heute nicht mehr. Es ist größtenteils das Areal des heutigen Schulhofes.

1829

Plan von 1829 – Quelle: C. Malcherowitz

Älteste Darstellung des Grundstückes Dammzollstraße Nr. 2 versehen mit der Grund- stücks- (Parzellen)nummer 58. (leider ohne Besitzerbezeichnung)

Bebauung: ein Gebäude (deckungsgleich mit dem Werkstattgebäude von 1865

Nachbar (Grundstück Nr. 57) ist Dorthenton (auch Dortenthon) Friedrich Wilhelm, Tuchscherermeister hier in Peitz

1841

heiratet der Tuchfabrikant Carl Eduard Riccius geb. 1816 als zweiter Sohn des Tuchfabrikanten Carl Gottfried Riccius aus Forst hier in Peitz

Quelle: FamilySearch – Kirchbücher Peitz

ob er 1841 bereits Besitzer dieses Grundstückes ist, ist bis dato (2022) noch nicht bekannt, aber….

Mai 1865

Situationsplan des Bauantrages von 1865 Quelle: C. Malcherowitz

der Tuchmacher Ed.(uard) Riccius verkauft an Kaufmann Israel Mollno und Frau Bertha

Bebauung: Werkstattgebäude massiv, 1 Etagig, Spitzdach -Ziegelgedeckt
Mollno plant zunächst das als Tuchmacherwerkstatt benutze Wohnhaus wieder zu einem reinen Wohnhaus mit einer Ladeneinheit umzubauen, sowie den Neubau eines Stall- und Remisengebäudes rechts vom Werkstattgebäude

Skizze der Straßenansicht des geplanten Nebengebäudes (Remise)
Quelle: C. Malcherowitz

Ende 1865/ Anfang 1866

brennt das Wohnhaus komplett aus – ob es sich hier um einen sogenannten „Warmen Abriss“ handelt, kann vermutet werden. Belegt ist es nicht!

August 1866

Bauantrag auf Neubau eines zweietagigen Wohnhauses, nebst Remisengebäudes links vom Wohnhaus durch Israel Mollno

Situationsplan des Bauantrages von 1866 Quelle: C. Malcherowitz

Das geplante Wohnhaus hatte nun schon einen sehr repräsentativen Quarakter, wie die folgende Fassadenansicht zeigt:

Im EG rechts ist wieder eine Ladeneinheit geplant, der Zugang soll aber über den Haupteingang erfolgen.

Quelle: C. Malcherowitz

Aber auch dieses Bauvorhaben wird nicht umgesetzt !

Man hält aber an der Gebäudeaufteilung fest, plant aber das Wohnhaus noch einmal um,

denn…

1867

Bauantrag auf Neubau des Wohnhauses durch Israel Mollno

Bebauung: Wohnhaus 1 ½ Etagig , Remisenhaus links vom Wohnhaus

Quelle: C. Malcherowitz

Schick ist raus, Zweckmäßigkeit hat die Oberhand gewonnen. Noch immer ist rechts eine Ladeneinheit (jetzt wieder mit direktem Zugang) geplant. Unterschrieben hat diesen Bauantrag übrigens die Ehefrau Bertha Mollno in der Funktion als Bauherrin.

Ausführende Firmen waren: Zimmerer Legler und Maurermeister Deutschmann

1870 – 1900/10

Umbau des Wohnhauses auf 2 ½ Etagen + massive Um- und Ausbau des Remisengebäude links

Besitzer: ?

Mitwohner: ?

Postkarte vor 1907 (Ausschnitt)
(Schützenhaus hat doppelte Fensterreihe = Altbau bis 1907)

Blick vom Festungsturm
deutlich erkennbar ist das inzwischen ausgebaute und bis zur Dammzollstr. reichende Werkstattgebäude (Schmiede)

Postkarte von ca. 1900 – 1910

Blick von der Dammzollstraße/ Ecke Schulstraße Richtung Cottbusser Straße
Feldsteinpflaster und Straßeneckstein sowie durchgehende Einfriedung bis zur Schulstraße

1920

Postkarte von ca. 1920

Der selbe Blick ca. 10 Jahre später
Kopfsteinpflaster, sanierte Gehwege, Gaslaterne an Stelle des Straßenecksteins
sowie verkürzte Einfriedung

1924/`27

Adressbücher:


Besitzer: Tischlermeister Aug. Wilh.Julius Knaut (1859 – vor 1938) & Ehefrau Karolina (geb. Höhner)(1866-1946)


Sohn des Tischlermeisters Joh. Friedrich Julius Knaut (*1826- )


Mitwohner:

Gurth, Anna – Witwe

Heinemann, Otto – Kanzleisekretär

Höhner, Emilia – Näherin

Hugler, Martin – Schlosser

Zühlsdorf, Frieda – Witwe

Knaut, Anna – Strickerin

1938

Bauantrag auf Neugestaltung der Fassade durch Martin Hugler als Initiator
Besitzerin: Witwe Karolina Knaut

Titel: Skizze zur Neugestaltung der Fassade am Wohnhaus in Peitz, Dammzollstraße 2
der Witwe Frau Lina Knaut gehörig

Adressbuch:

Besitzerin: Karolina Knaut – Witwe; Emma Knaut – Schneiderin

Mitwohner:

Hugler, Martin – Maschinenbauer Nr. 1 Maschinenbauanstalt

Heinemann, Otto – Justizsekretär a.D.

Weise, Rudolph – Drahtziegelweber

1945-1964

Bewohner:

Knaut, Karolina – Witwe (bis 1946 +)

Laubsch, Martha (geb. Lautloff) *1877 – +1950

Kittlas, Hermann – ? *1883 – +1958

Giese, ? – Optiker

zw. 1970 und 74

kompletter Abriss im Zuge der Neugestaltung des Schulgeländes/ Schulhofes