Musketier im Dreißigjährigen Krieg

In der Festung Peitz wurde während des gesamten Verlaufs des 30-jährigen Krieges immer wieder Truppen angeworben und abgedankt.

Im Jahr 1640 wurden wieder militärische Umorganisationen in der Festung Peitz vorgenommen. So wurde Generalmajor Georg Friedrich von Trott zum Gouverneur der Festung Peitz und zum Regimentschef eines Regiments zu Fuß ernannt. Der überwiegende Teil seiner Soldaten bestand aus Musketieren. Der damals geworbene Knecht erhielt vom Regimentschef die entsprechende Uniform und Ausrüstung. Die Uniform der Peitzer Musketiere war blau mit gelbem Futter und die Fahne war rot mit weißen Flammen.

Die Uniform eines Musketiers der damaligen Zeit bestand aus:

  • einem blauen, weitgeschnittenen Rock mit gelben Aufschlägen und weißmetallenen Knöpfen
  • einer weitpludrigen, gelben Hose mit weißmetallenen Knöpfen
  • weißen, wollenen Strümpfen
  • ledernen Schuhen
  • einem schwarzen, breitkrempigen Hut mit rot-blauen Federn

Die Standartbewaffnung eines Peitzer Musketiers bestand aus:

  • einem Degen
  • einer Luntenschlossmuskete
  • einer Musketengabel zum Auflegen der Muskete während der Abgabe des Schusses
  • einem Bandelier, mit den sogenannten „Zwölf Aposteln“, kleine Holzfläschchen, in denen sich jeweils die abgefüllte Pulvermenge für einen Schuss befand, zudem eine Pulverflasche und ein Kugelbeutel aus Leder für die Bleikugeln

Daneben rüsteten sich die Soldaten nach Bedarf mit Messern und manchmal mit Pistolen aus. Die Schussweite der Luntenschlossmuskete betrug ca. 200 Meter und das Gewehr wog rund sieben Kilogramm. Da das Laden der Muskete einige Zeit dauerte, wurden während des Ladevorgangs die Musketiere durch Pikeniere geschützt.

Von Alexander

Alex kümmert sich mit Leidenschaft um alle Facetten Historischer Gewänder.